Fehlsichtigkeiten

Kurzsichtigkeit (Myopia)

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Kurzsichtige Menschen sehen gut in der Nähe, aber schlecht in der Ferne. Ihr Auge hat meist eine zu längliche Form im Vergleich zu einem rechtsichtigen Auge. Erste Anzeichen für die im Fachjargon Myopie genannte Fehlsichtigkeit können das Zusammenkneifen der Augen beim Blick in die Ferne sein oder die Eigenart, beim Lesen das Buch nah vor die Augen zu halten. Die passende Lösung ist eine Brille mit einem sogenannten „Minusglas“. Es bringt das Bild wieder scharf auf die Netzhaut zurück und ermöglicht gutes Sehen auf weite Distanzen. Mittlerweile gibt es selbst für stark Kurzsichtige ästhetische und dünne Brillengläser passend zu den vielfältigsten Fassungen.

Was ist Kurzsichtigkeit (Myopie)?

Kurzsichtigkeit ist eine häufige Ursache für unscharfes Sehen. Sie wird durch die Form des Augapfels, der Hornhaut oder der Linse verursacht und bewirkt, dass ferne Objekte verschwommen oder unscharf gesehen werden. Die sogenannte Myopie kann sich in Kindheit oder Pubertät entwickeln und weiter verschlechtern, bis das Auge aufhört zu wachsen. Man geht davon aus, dass derzeit einer von drei Menschen kurzsichtig ist.

Anzeichen und Symptome

Diese Symptome weisen auf eine Kurzsichtigkeit hin:

  • Kopfschmerzen
  • Müde, überanstrengte Augen
  • Unscharfes Sehen
  • Nahes Heranrücken an Objekte wie z. B. dem Fernseher

Was verursacht eine Kurzsichtigkeit?

Eine Myopie kann durch eine verformte Anatomie des Augapfels, der Linse oder der Hornhaut entstehen. Ursächlich für diese Verformung sind Vererbung oder Umweltfaktoren. Kinder, die viel Zeit im Freien verbringen, entwickeln seltener eine Kurzsichtigkeit. Das belegen zahlreiche Studien. Zudem kann häufiges Draussensein die Entwicklung einer Myopie verlangsamen. Das könnte darauf zurückzuführen sein, dass im Freien mehr Licht auf die Augen trifft.
Die Myopie verhindert, dass das Licht an der richtigen Stelle gebrochen wird und die Netzhaut erreicht. Die Folge ist verschwommenes Sehen.

So funktioniert das Auge

Damit wir richtig sehen können, müssen vier Teile des Auges gut zusammenarbeiten:

  • Die Hornhaut und die Linse auf der Vorderseite des Auges; sie arbeiten wie eine Kameralinse und fokussieren das Licht auf der Netzhaut
  • Die Netzhaut (Retina) aus lichtempfindlichen Zellen im hinteren Teil des Auges; sie nimmt Licht und Farbe wahr und wandelt sie in elektrische Impulse um
  • Der Sehnerv hinter dem Auge; er sendet die elektrischen Impulse an das Gehirn

Hornhaut, Linse und Augenform

Ist das Auge richtig geformt, so fokussiert die Linse das durch die Hornhaut einfallende Licht direkt auf der Netzhaut. Bei Kurzsichtigen ist das Auge jedoch oft zu länglich geformt. Die Folge: Das Bild entsteht vor der Netzhaut und nicht auf ihr. Gelegentlich können auch eine unregelmässig gekrümmte Hornhaut oder eine deformierte Linse zu Kurzsichtigkeit führen.

Wie wird Kurzsichtigkeit festgestellt?

Bei einer Standard-Augenuntersuchung, die insbesondere für Kinder wichtig ist, da sie eine Kurzsichtigkeit oft selbst nicht bemerken. Eine frühzeitige Abklärung kann verhindern, dass eine Myopie ernst wird – deshalb sind regelmässige Untersuchungen für jeden wichtig. Dazu gehören neben der Überprüfung der Augengesundheit beim Augenarzt auch Sehtests beim Augenoptiker. Der Experte beurteilt die Fern-, Nah- und Zwischensicht. Augenoptiker führen zudem noch eine Reihe weiterer moderner Tests durch – so z. B.  zu Sehverhalten und Kopfbewegungen.

Wie wird Kurzsichtigkeit behandelt?

In der Regel gleicht eine Brille mit Korrekturgläsern die Kurzsichtigkeit aus. Sie helfen, das Licht wieder auf der Netzhaut zu fokussieren, die Fehlsichtigkeit zu korrigieren und weit entfernte Objekte scharf zu sehen. Eine Alternative zur Brille sind Kontaktlinsen, die direkt im Auge sitzen, ein geringes Gewicht haben und deshalb gelegentlich beliebter sind. Laser-Chirurgie wird zunehmend beliebter. Allerdings übernehmen nicht alle Krankenkassen die Kosten des Eingriffs und er ist zudem mit Risiken verbunden.

Vorbeugung

Da Kurzsichtigkeit auch genetische Gründe haben kann, ist eine Prävention nicht immer möglich. Je früher ein Kind beginnt, seine Sehkraft zu verlieren, desto schneller kann sich das Sehvermögen bis hin zum 20. Lebensjahr verschlechtern. Zwar ist es noch nicht möglich, diese Verschlechterung zu stoppen, sie kann jedoch verlangsamt werden. Fragen Sie dazu einen Augenoptiker Ihres Vertrauens.